Tipps und Hilfen
Klassische
Scheitelbrechwertmesser

 
Okular-Scheitelbrechwertmesser , Projektions-Scheitelbrechwertmesser

Okular-Scheitelbrechwertmessgeräte

C.Willers Scheitel

Voigtländer Scheitel

Zeiss Scheitel "38"

RuKa Scheitel

Rodenstock Vertex I

Zeiss "Winkel"

Zeiss SBM 70

 
       

Projektions-Scheitelbrechwertmessgeräte

Rodenstock Proj.-SBM

Topcon LM-P5

Nikon PL-1

Nikon PL-2

       

 

 

Der Scheitelbrechwertmesser (SBM)
ist ein Instrument zur Messung der optischen Parameter ("Rezeptwerte") eines Brillenglases in Dioptrien [dpt], der Lage der optischen Achse (ZB, OF) und der Scheitelpunkte (S und S').
In neuerer Zeit wird auch gerne die Bezeichnung "Scheitelbrechwertmessgerät" benutzt. Entwickelt und in der Regel auch hergestellt durch Brillenglashersteller als Messwerkzeug in erster Linie für den Augenoptiker, damit dieser die an ihn gelieferten Gläser weiterverarbeiten kann.
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Vor der Erfindung des SBM bestimmte man die Glasstärke bei den bis dahin verwendeten Bi-Gläser durch einfaches vergleichen mit Mustergläsern, später durch Messen und addieren der Flächenradien mit Hilfe des Sphärometers. 1912 erschienen bei Zeiss die nun bis an den Rand scharf abbildenden nach außen durchgebogenen Menisken-Brillengläser (Zeiss Punktal). Aufgrund der ding.- und bildseitig nun unterschiedlichen Brennweiten und den gestiegenen Anforderungen der Messgenauigkeit brauchte es ein verbessertes Messverfahren.

Erstmals in Serie produziert wurde der SBM als manueller Okular-Brillenglasmesser 1915 dann recht zeitgleich von zwei der damals führenden Brillenglasherstellern Busch (Rathenow) und AO (USA).
Die Begriffe Scheitelbrechwert, Scheitelbrechwertmesser und die Berechnung dazu entstammen allerdings erst dem Jahr 1920 (Zeiss).

Ein Scheitelbrechwertmesser ist bei einer Reihe von Situationen nützlich, insbesondere:
• Stärkenbestimmung rohrunder Brillengläser bei Industrie und Augenoptiker
• Wichtiges Instrument des Augenoptikers bei der Fertigung von Brillen
• Ausmessung und Überprüfung fertiger Brillen bei Augenoptiker und Augenarztpraxis
• Ausmessung und Überprüfung von Hart-Kontaktlinsen
• Des Weiteren lassen sich auch bei allen weiteren Arten von optischen Gläsern, Linsen und Linsensystemen die Dioptrie-Werte bestimmen. (z.B. Lupen, Fernrohrbrillen, Objektive, Plan.- und Nullgläser)

Gemessen wird die Strecke (s') auf der optischen Achse von Brennpunkt (F') bis Scheitelpunkt (S bzw.S'). Der Kehrwert der gemessenen Strecke in Metern ergibt den Scheitelbrechwert in Dioptrie [dpt]. Im Gegensatz dazu wird in der Feinoptik (optische Industrie) von Brennpunkt (F) bis zur gedachten Hauptebene (H) der Brechwert in Dioptrie [dpt] errechnet.

Bei punktuell abbildenden Brillengläsern (Muschel, Menisken und Nachfolgern) ist es für ein genaues Messergebnis notwendig die dingseitig abgewandte Glasseite zum Messen auf die Glasauflage des SBM aufzulegen. Einfacher ausgedrückt: Die nach innen durchgebogene Brillenglasfläche zum ausmessen auf die Glasauflage legen. Bei der Messung von Kontaktlinsen ist bei manuellen SBM durch eine andere Scheitelhöhe und des daraus entstehenden Pfeilhöhenfehler eine speziell in der Höhe und Durchmesser angepasste Glasauflage von Vorteil.

Weitere Bezeichnungen: Scheitelbrechwert-Messgerät, Scheitel, SBM, SBWM.
Internationale Bezeichnungen: Lensmeter, focimeter, lensometry, vertex, frontifocometro, frontofocomètre, frontofocómetro, lentimètres.
Eigennamen sind "Lensometer" (American Optical) und "Vertometer" (Bausch & Lomb, Reichert).

Unterschieden wird in: manueller oder automatischer und Okular oder Projektions-Scheitelbrechwertmesser
 
Aufbau und vereinfachte Funktion des Okular-Scheitelbrechwertmesser: Der vordere, oder auch obere, Teil des Instrumentes besteht aus einem kleinen Fernrohr. Je nach Konstruktion mit einer starren oder drehbaren Okularstrichplatte. Der hintere, oder auch untere, Teil des Gerätes beinhaltet von hinten nach vorn die Beleuchtung, eine starre oder drehbare Messfigur, ein in der Länge einstellbarer Kollimator und davor die Glasauflage. Der Kollimator sorgt für ein paralleles Strahlenbündel das die Messfigur für den Betrachter scharf abbildet. Sobald nun ein zu messendes Brillenglas dazu kommt, muss das System um die Stärke dieses Brillenglases verstellt werden damit das ausfallende Strahlenbündel wieder parallel ist. An einer mit dem Verstell-Mechanismus der Testfigur verbundenen Skala lässt sich dann der Dioptriewert ablesen.
 
Kreisfigur: Geräte mit ausschließlich runder und dementsprechend starrer Messfigur haben eine aus einem Kreuz bestehende drehbare Okularstrichplatte die am Okular des oberen Beobachtungsfernrohres eingestellt wird.
Kreuzfigur: Bei Geräten mit Kreuzmessfigur ist diese drehbar und die Okularstrichplatte ist starr. Die Einstellung einer Achslage erfolgt im Bereich des Kollimators im unteren Teil des Instrumentes.  Das zu messende Glas und der Kollimator bilden ein jeweils neues Gesamtsystem.

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Anregungen und sonstige Infos zum Thema gerne an Ralph Krüger ralph@krueger-optik.de
Da ich mich gerne mit älteren Scheitelbrechwertmessern beschäftige freue ich mich daher auch über
jeden funktionierenden oder auch defekten SBWM den man mir überlässt.
Krüger Optik, 53340 Meckenheim, Neuer Markt 21.